Chiemsee 09.09.2018

Heute beginnt der Urlaub mit der Anreise nach Chieming am Chiemsee.

Chieming ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Sie liegt am Ostufer des Chiemsees namensgebend an der Chieminger Bucht und ist ein Ferien- und Erholungsort. Namensgeber für Chieming wie auch den Chiemsee und den gesamten Chiemgau ist der Legende nach ein Gaugraf „Chiemo“, dessen historische Existenz allerdings nie bewiesen werden konnte. 

Chieming liegt nach Angabe des Navis 700 Km entfernt. Das Navi geht von einer reinen Fahrzeit von 6 1/2 Stunden aus. ich rechne mit etwa 8 Stunden Fahrzeit, incl. Pausen. Wir haben uns extra für die Sonntage als An- und Abreisetage entschieden, weil wir auf unserer letzten Reise nach Regensburg doch sehr genervt von den LKWs waren.

Wir starten am Sonntagmorgen um 07:00 Uhr. Die Autobahnen waren sehr leer, so dass wir zunächst zügig vorangekommen sind. Leider hat das Auto auch nach dem spülen des Getriebes wieder den Vortrieb verloren. Ein kurzer Halt, einmal Neustarten und es ging wieder. Das hat sich dann noch einmal wiederholt, hat uns aber nicht lange aufgehalten. Ich hatte schon nachgelesen, dass hier ein Reset des Getriebes und des Potentiometers des Gaspedals wohl helfen könnte. Ich suche mir im Urlaub einmal eine MB Werkstatt und schaue mal, was da geht.

Die ersten 500 Km sind wir dann auch sehr gut vorangekommen. Kein Stau oder sonstiges hat unsere Fahrt aufgehalten. Selbst in den langen Baustellen sind wir zügig vorangekommen. Erst kurz vor München geraten wir in einen ersten Stau, der uns fast 45 Minuten Zeit gekostet hat. Jetzt hatten wir noch 120 Km vor uns, die aber auch sehr staubelastet waren. Eigenartigerweise planen die Verkehrsingenieure Baustellen so, dass grundsätzlich Staus entstehen. Ich denke ja, dass die Planer ihre Strecken wohl selbst niemals befahren, denn dann würden sie anders planen. Hinzu kommt noch die Unfähigkeit mancher Autofahrer, die ihr Fahrzeug nicht beherrchen, aber auch nicht rechts fahren wollen. Gaaaaanz viele kennen das Rechtsfahrgebot erst gar nicht, was immer wieder zum Stau aus dem Nichts führt.

Egal, wir sind dann gegen 15:30 Uhr an unserer Ferienwohnung angekommen. Der Vermieter hat uns empfangen und eine schöne Wohnung übergeben. Wir haben Platz ohne Ende. Eben schnell alles einräumen und dann auf zu einer ersten Erkundung in den Ort.

Wir haben uns für Chieming entschieden, weil wir dachten, dass man von dort aus die schönsten Sonnenuntergänge haben könnte.

Aus Chieming will man spätestens dann nicht mehr weg, wenn man den Sonnenuntergang erlebt hat. Karibisch! Es ist die Freude am Simplen, die einen hier packt. Das Verweilenkönnen, weil es ja kaum Ablenkung gibt. Nichts ist zu groß, nichts zu laut. Allerhöchstens das Organ der Einheimischen.

Erschrecken Sie nicht, wenn Ihnen auf der Straße jemand „Griaß Eahna!“ oder „Servus!“ entgegenruft. Der hat Sie nicht verwechselt. Hier grüßt man einander noch, und zwar jeder jeden. Erwidern Sie also den Gruß.

Am meisten spürt man die Herzlichkeit ein paar Meter weiter uferwärts: in der Chiemseebäckerei, wo sich die Chieminger treffen wie auf einem Marktplatz. Tatsächlich stand im Mittelalter etwa an diesem Fleck ein Ofen für die Gemeinde, in dem jeder sein eigenes Brot buk. Heute tut das die ortsbekannte Familie Stumhofer in fünfter Generation. Lassen Sie sich von der guten Laune der Damen hinter der Theke anstecken, und bestellen Sie „ein Haferl Kaffee“. Ein Muss dazu: die Brezn mit Butter. Danach werden Sie sich nie wieder mit schlechtem Laugengebäck zufriedengeben.

In diesem Sinne: „Pfüa Gott!“

Wir haben uns genau aus diesem Grund für Chieming entschieden, da von hier aus die Sonnenuntergänge über den See zu sehen sind. Toll!

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