Chiemsee 13.09.2018

Guten Morgen Deutschland 

Nachdem wir gestern eine schöne Wandertour erleben durften, wollen wir heute mit dem Schiff zur Insel Herrenchiemsee. Auch dort gibt es einen schönen Wanderweg, der auch noch den Vorteil hat, dass es nicht bergauf geht.

Die Herreninsel (auch als Herrenchiemsee bekannt, frühere Bezeichnung Herrenwörth) ist mit einer Gesamtfläche von 238 ha mit Abstand die größte der drei im Chiemsee liegenden Inseln. Gemeinsam mit der Frauen- und der Krautinsel bildet sie die Gemeinde Chiemsee, die nach der Landfläche, nach Buckenhof, die zweitkleinste in Bayern ist.

Die Insel ist das ganze Jahr über mit dem Linienschiff der Chiemsee-Schifffahrt zu erreichen, hauptsächlich von Gstadt und Prien aus, teilweise auch von anderen Orten rund um den Chiemsee sowie von der Fraueninsel. Die Insel ist autofrei. Im Sommerhalbjahr pendeln Pferdekutschen für die Besucher zwischen dem Schiffsanleger und dem Schloss.

Über Jahrhunderte bis zur Säkularisation in Bayern war die Insel im Besitz von Kloster Herrenchiemsee. Die Insel wurde im Jahr 1873 von König Ludwig II. für 350.000 Gulden von einem Konsortium württembergischer Holzspekulanten erworben, worauf er hier sein Schloss Herrenchiemsee erbaute. Dadurch unterblieb auch die geplante Abholzung der Insel.

Die Herreninsel ist im Gegensatz zur Fraueninsel, die von etwa 300 Personen permanent bewohnt wird, nur von wenigen Personen ganzjährig bewohnt, kann aber dafür mit einer weithin bekannten Touristenattraktion aufwarten: dem als verkleinerte Kopie von Schloss Versailles erbauten Neuen Schloss Herrenchiemsee des bayerischen „Märchenkönigs“ Ludwig II. (Bayern).

Außer dem Neuen Schloss Herrenchiemsee befindet sich auf der Insel auch das als Altes Schloss Herrenchiemsee bekannte ehemalige Chorherrenstift (Kloster Herrenchiemsee). Hier tagte vom 10. bis 23. August 1948 der Verfassungskonvent zur Ausarbeitung eines Diskussionsentwurfes zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland für den Parlamentarischen Rat.

Warum Deutschland eigentlich „Chiemsee-Republik“ heißen müsste

Auf der Insel Herrenchiemsee entstand vor 70 Jahren der Entwurf für unser Grundgesetz. Es ist erstaunlich, welch ein Werk dort geschaffen wurde – in nur 13 Tagen.

Das war vor siebzig Jahren, das war im August 1948; dort, im alten Schloss auf der Insel Herrenchiemsee, mitten im Chiemsee, weitab von den kriegszerstörten Großstädten Deutschlands, tagte der Verfassungskonvent und endete nach 13 Tagen mit dem Entwurf für ein Grundgesetz. Die Minister, Staatssekretäre und Staatsrechtler aus Berlin und allen Ländern der Trizone, also der amerikanischen, der britischen und der französischen Besatzungszone, berieten abseits der Öffentlichkeit.

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