Chiemsee 10.09.2018


Heute sind wir nach einer guten Nacht ohne Wecker schon recht früh aufgestanden. Auf dem Plan steht zunächst die Erkundung des Ortes. Weil wir auch ein paar Einkäufe zu erledigen haben, wollen wir wissen wo alles ist und den Ort kennen lernen.

Chieming hat aufgrund seiner Lage an der römischen Militärstraße IuvavumAugusta Vindelicorum (Salzburg-Augsburg) wohl römische Wurzeln. Ein erster gesicherter urkundlicher Nachweis erfolgte 790 in der Notitia Arnonis. Seit spätestens 1211 war Chieming Pfarrsitz.

Die offene Hofmark Chieming war bis 1803 im Besitz des Klosters Baumburg. Im Zuge der staatlichen Neuordnung in Bayern wurde Chieming politische Gemeinde mit den dazugehörigen Ortschaften Aufham, Außerlohen, Eglsee, Kleeham, Laimgrub, Pfaffing, Manholding, Schützing, Stöttham und Weidach. Egerer und Neubauer folgten um 1850. Beginnend etwa 1870 wurde Chieming zu einem immer beliebteren Bade- und Erholungsort.

Nach dem Frühstück gehts los. Zunächst sind wir einfach der Nase lang in die Innenstadt gegangen. Dort gibt es einen recht großen Edeka.

So etwas wie eine Fußgängerzone hat Chieming nicht. Das Leben spielt sich direkt am See ab.

 

 

Heute Mittag wollen wir zum Wirtshaus zum Bräu in Hart. Unser Vermieter hatte dies empfohlen. Dort gibt es immer Mottotage, wo ein Gericht nur 5,90 € kostet. Montags ist Schnitzeltag. Bei herrlichem Wetter konnten wir draußen unter einer alten Kastanie lunchen. Es gab köstliches Schnitzel mit Pommes und ein Bier oder eine halbe Russenmaß dazu. 

Der „Russ“ oder die „Russ‘n Maß“

Ein weiteres Biermixgetränk ist der „Russ“. Es besteht zur Hälfte aus Weiß- oder Weizenbier und klarer Zitronenlimonade. Wie das Radler ist auch die „Russ’n-Maß“ besonders in der wärmeren Jahreszeit ein beliebtes, spritziges und alkoholärmeres Biergetränk.

Drei unterscheidliche Geschichten existieren zur Namensgebung der „Russ’n-Maß“.

Die erste Geschichte spielt zur Zeit der Inflationsjahre zwischen 1919 und 1923. Die Rohstoffe zur Bierherstellung waren knapp bemessen, und so braute man kurzerhand schwächere, obergärige Biere wie das Weißbier. Die Weißbiere wurden zudem gestreckt, vorzugsweise mit Zitronenlimonade. Ein recht süßes, aber dennoch wolschmeckendes Getränk entstand auf diese Weise. Russische Arbeiter und Landarbeiter tranken es sehr gerne und sie gaben dieser Bierkreation den Namen „Russ’n-Maß“.

Die zweite Überlieferung erzählt, dass das Weißbier bei der Zugabe von Zitronenlimonade ordentlich aufgeschäumt haben soll, und dieser Schaum ragte weit, also „riesig“ über das Bierglas hinaus. Das Wort „Riesen-Maß“ entstand. Aus diesem Wort wurde dann zur Zeit des Nationalsozialismus das Wort  „Russ’n-Maß“.

Die letzte und vielleicht wahrscheinlichste Geschichte zur Geschichte des „Russ“ führt zurück in das Revolutionsjahr 1918. Im Münchner Mathäser-Keller, wo sich die kommunistischen Anhänger einer Räterepublik trafen, soll dieses Biermischgetränk seine Premiere gehabt haben. Die Kommunisten wurden im Münchner Volksmund auch als „Russ’n“ bezeichnet. Vielleicht kommt sie ja daher: die „Russ’n-Maß“.

Bei der Recherche nach der Herkunft der Russ‘n Maß stieß ich auf eine interessante Homepage.

Bier und Wir

Nachdem wir nach dem guten Essen schon am Tisch fast ins Suppenkoma fielen, machten wir uns auf den Rückweg. Im nächsten Ort gibt’s einen Lidl, Wo wir kurz unsere Einkäufe erledigen.

Zu Hause angekommen, alles wegräumen und zu einem Nickerchen hinlegen. Habe herrlich geschlafen. Gegen 17:00 Uhr sind wir ins al dente gegangen. Etwas trinken und essen und den schönen Sonnenuntergang zu beobachten.

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